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Artikel | Gesundheits-Tipp 02/2011

Kein Geld, um Missbrauch zu verhindern

Der Aufklärungs-Comic einer Fachstelle half, den Missbrauch an Behinderten aufzudecken. Doch Behörden und Verbände geben kein Geld mehr.

Die Verbrechen des Sozialtherapeuten H. S. erschüttern die Schweiz: Der Mann missbrauchte in Heimen mindestens 122 Kinder und Behinderte. Dass der Täter ­Anfang Februar enttarnt wurde, lag auch am Comic-Heft «Herzfroh». Zwei betroffene Heimbewohner lasen das Heft und wandten sich an ihre Eltern. 

Der Comic richtet sich an geistig Behinderte: In einfacher Sprache klärt er über Sexualität auf – und über sexuellen Missbrauch. «Herzfroh» ist bis vor wenigen Wochen viermal jährlich erschienen. Herausgeberin des Hefts ist  die Fachstelle Behinderung und Sexualität (Fabs) in ­Basel.

Doch die musste Ende letzten Jahres schliessen. Der Grund: Geldmangel. Die Fachstelle hat auch Behinderte, Angehörige und Betreuer beraten. Doch sie kämpfte ständig um ihre Existenz.

Leiterin und Psychologin Aiha Zemp sagt: «Wir hätten einen regelmässigen Beitrag von der öffentlichen Hand oder von den grossen Behindertenverbänden ­ge­­braucht, um weiterarbeiten zu können.»

Nun schieben sich Behörden und Verbände die Verantwortung für die mangelnde Unterstützung gegenseitig zu. Yves Rossier, Direktor des Bundesamtes für Sozialversicherungen, verweist auf die grossen Behindertenorganisationen.

Diese erhielten IV-Zuschüsse und seien verpflichtet, Leistungen zu finanzieren. Mark Zumbühl von Pro Infirmis betont, man habe der Fabs einen «namhaften Betrag» gegeben, sie ­jedoch nicht dauerhaft unterstützen können. Weil Probleme vor allem in Heimen aufträten, sei es nun an diesen, eine solche Fach­stelle zu ­unterhalten.

13. Februar 2011 | Ines Vogel, Redaktion Gesundheitstipp


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