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Artikel | Haus & Garten 2/2007

A++, das Halbtaxabo für die Stromrechnung

Die Faustregel bei Kühl- und Gefrierschränken: Beim Defekt eines Gerätes, das älter als 10 Jahre ist, lohnt sich der Ersatz durch ein Gerät der Energieklasse A++ in jedem Fall.

Dass Stromsparen weder mit Verzicht noch mit weniger Komfort verbunden sein muss, zeigt sich bei Kühl- und Gefriergeräten. Die technologische Entwicklung hat in den letzten zehn Jahren zu erheblichen Stromeinsparungen geführt. Vor wenigen Jahren noch galten Modelle der Energieklasse A (Energieetikette) als Sparwunder. Inzwischen wurden die Klassen A+ und A++ eingeführt. Kühlschränke mit dem doppelten Plus lassen A-Geräte in Sachen Stromverbrauch alt aussehen.
- Bei den Gefriergeräten ist die Auswahl an A++-Produkten sehr breit. Eric Bush von der unabhängigen Online-Gerätesuchhilfe www.topten.ch hat darum die Konsequenzen gezogen: «Wir haben die Kriterien bei Gefriergeräten verschärft.» Es werden nur noch Geräte mit doppeltem Plus in die Produktelisten aufgenommen.
- Auch bei Einbau-Kühlschränken mit Gefrierfach ist das Angebot von hocheffizienten A++-Geräten breiter geworden. Allerdings ist die Auswahl für die Konsumenten im Vergleich zu den Gefriergeräten noch relativ schmal. Bush erwartet hier jedoch einen Schub, sobald diese Stromsparer offensiver propagiert werden, zum Beispiel im Rahmen von Förderaktionen, wie sie die Stadtwerke in Zürich, Basel und Bern regelmässig durchführen.


Grosse Auswahl an Geräten der Klasse A++

Ein Blick nach Europa zeigt: Auf dem Markt gibt es bereits über 100 Kühl- und Gefriergeräte, die zur Klasse A++ gehören. Im Vergleich steht die Schweiz relativ gut da: Die Kunden können hier unter 47 Modellen wählen. Grösser ist die Auswahl nur in Österreich und Deutschland.
Dass sich der Kauf von Kühl- oder Gefriergeräten mit doppeltem Plus finanziell lohnt, zeigt folgendes Beispiel: Ein A++-Einbau-Kühlschrank mit einem Volumen von 243 Litern, davon 20 Liter Gefrierfach, verursacht während seiner Lebensdauer von 15 Jahren Stromkosten von 510 Franken. Verglichen mit einem durchschnittlichen Altgerät, wie es zu Hunderttausenden in Schweizer Haushalten steht, beträgt die Einsparung bei den Stromkosten über die Betriebsdauer von 15 Jahren rund 1000 Franken.

Selbst im Vergleich zu einem Gerät der Energieklasse A beträgt die Einsparung knapp 500 Franken. Diese Grössenordnungen gelten auch für Kühl-/ Gefrierkombinationen, Gefrierschränke und Gefriertruhen. Beim Kauf von Kühl- und Gefriergeräten mit doppeltem Plus erhalten Konsumenten also sozusagen ein Halbtaxabo für die Stromrechnung mitgeliefert. Darüber hinaus lohnt sich der Preisvergleich zwischen den Anbietern (siehe Tabelle).

Einwandfrei funktionierende Geräte sollten aus ökologischen Gründen nicht vorzeitig ersetzt werden. Erst wenn eines kaputtgeht, stellt sich die Frage: reparieren oder ersetzen? Das Bundesamt für Energie und die Schweizerische Agentur für Energieeffizienz haben diese Frage in mehreren Studien untersucht. Die Faustregel für Kühl- und Gefriergeräte: Tritt bei einem Gerät, das älter ist als zehn Jahre, ein Defekt auf, ist der Ersatz durch ein A++-Gerät in jedem Fall ein Gewinn: finanziell wie ökologisch.



Coole Spartipps

Kühlgeräte:
- Kaufen Sie Geräte der Energieklasse A++.
- Die ideale Kühltemperatur liegt bei 5 °C. Eine zu tiefe Temperatur kann den Stromverbrauch unnötig verdoppeln.
- Je kühler der Standort des Kühlschranks, desto geringer der Stromverbrauch.
- Wer bereits ein Gefriergerät hat, braucht beim Kühlschrank kein Gefrierfach. Das halbiert die Stromkosten.
Gefriergeräte:
- Kaufen Sie Geräte der Energieklasse A++.
- Gefriertruhen brauchen weniger Strom als Gefrierschränke.
- Stellen Sie das Gefriergerät in den kühlen Keller. Das spart im Lauf der Jahre mehrere hundert Franken Stromkosten. Pro Grad Temperaturerhöhung steigt der Stromverbrauch um 3 Prozent.
- Die ideale Temperatur im Tiefkühlgerät liegt bei -18 °C.

09. Mai 2007 | ARMIN BRAUNWALDER


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