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Artikel | K-Tipp 6/2007

Reisen zu ganz vielen Preisen

Brücke statt Fähre: Auf der Reise nach Schweden kann sich das lohnen. Tunnel statt Fähre: Auf der Reise nach England geht das ins Geld.

Europas Norden im eigenen Auto erkunden: Wer davon träumt, muss in jedem Fall lange Fahrten in Kauf nehmen. Nicht zwingend aber hohe Fährkosten. Das zeigt die Stichprobe des K-Tipp, der Mitte März abgeklärt hat, wie tief eine dreiköp?ge Familie in den Sommerferien 2007 für Überfahrten nach Irland, England und Skandinavien (hin und zurück) in die Tasche greifen muss (siehe Tabelle).
Konkret hat der K-Tipp bei vier Internet-Buchungsportalen, der Agentur «Cruise & Ferry Center» in Merenschwand AG und den Fährgesellschaften selber die Preise für vergleichbare Routen eruiert. Wo eine Strecke von derselben Gesellschaft mehrmals täglich befahren wird, ?el die Wahl jeweils auf die erste Fahrt nach 12 Uhr mittags.
Die wichtigsten Resultate:
- Wer mehrere Routen vergleicht, spart viel Geld. Die klassische Ärmelkanal-Passage etwa kostete mit Speed Ferries zwischen Boulogne (F) und Dover (GB) 129 Franken. Die schnellste Variante, also die Fahrt im Autozug durch den Eurotunnel von Calais (F) nach Folkestone (GB), gabs nicht unter 384 Franken.
Grosse Preisunterschiede auch bei Überfahrten weiter im Westen: Von Dieppe (F) nach Newhaven (GB) zahlte die dreiköp?ge Familie bei Transmanche Ferries 392 Franken, während die Reise mit Brittany Ferries zwischen Caen (F) und Portsmouth (GB) - gebucht beim Webportal Aferry.ch - um über 1100 Franken teurer war.
Gar 1379 Franken betrug der Unterschied zwischen teuerster und günstigster Variante bei den Überfahrten zwischen Frankreich und Irland. Allerdings kostete die Passage zwischen Roscoff und Rosslare mit Irish Ferries auch deshalb vergleichsweise wenig, weil für die Hinfahrt nur noch Sitze und keine Kabinen mehr buchbar waren.


Dank Flexibilität 76 statt 211 Franken

Für Südschweden wiederum erwiesen sich Hin- und Rückreise via die Brücken über den Grossen Belt und den Öresund als preislich attraktiv. Diese Variante kostete mit 208 Franken (Brückengebühren) klar weniger als die diversen Fährkurse - hat aber eine mindestens 200 Kilometer längere Autofahrt zur Folge.
- Auch auf der gleichen Route gibts zuweilen beträchtliche Unterschiede. Die Verbindung zwischen Cherbourg (F) und Portsmouth (GB) etwa war bei Condor Ferries fast 700 Franken billiger als bei Brittany Ferries (die allerdings mit Express-Schiffen unterwegs sind).
- Oft lohnt es sich, Überfahrten direkt bei den Fährgesellschaften zu buchen.
Online-Portale verrechnen häu?g Bearbeitungs- und/ oder Kreditkartengebühren, Reiseagenturen in der Regel eine Beratungspauschale. Zudem gewähren Fährgesellschaften bei Direktbuchung manchmal Sondertarife, die es bei anderen Buchungskanälen nicht gibt. Das war in der Stichprobe etwa bei den Verbindungen von Color Line der Fall.
- Auch zeitliche Flexibilität kann sich auszahlen. So kostete die Passage von Dunkerque (F) nach Dover (GB) und zurück bei Norfolkline mit Abfahrt kurz nach 12 Uhr 211 Franken. Bei Abfahrt um 24 Uhr warens noch 76 Franken.

28. März 2007 | Gery Schwager


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