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Schuld an Buckel und krummem Rücken ist oft eine verbogene Wirbelsäule. Physiotherapie und Operation verhelfen zum aufrechten Gang.
Lauf aufrecht», solche Sprüche bekam die 20-jährige Melanie Meister zuhauf zu hören. Schon als Kind hatte das Mädchen Mühe, den Rücken gerade zu halten. Sie hatte ein schiefes Becken und einen Rippenbuckel. Mit 14 brachte das Röntgenbild zutage: Sie litt unter Skoliose.
Der Wirbelsäulenchirurg Kan Min erläutert das Phänomen: «Skoliose ist eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule. Weiter ist die Wirbelsäule in der Längsachse verdreht. Dadurch entsteht ein Rippenbuckel. Für Patienten bedeutet das, dass der ganze Körper verformt ist.»
Verkrümmungen entstehen bereits vor der Pubertät
Etwa 5 Prozent der Schweizer leiden unter dieser Verformung. Die meisten Verkrümmungen entstehen zwischen dem fünften und achten Lebensjahr und in der ersten Phase der Pubertät. Mädchen sind öfter betroffen als Jungen. In 90 Prozent der behandelten Skoliosen liegen die Ursachen im Dunkeln. Melanie vermutet, dass ihre schlechte Körperhaltung und ihre schwachen Rückenmuskeln schuld an ihrem krummen Rücken sind. Zusätzlich führte eine Fehlstellung ihres linken Fusses zu einer falschen Belastung. Ursache können aber auch eine Bindegewebsschwäche oder eine Nerven- und Muskelerkrankung sein.
Eine schwere Skoliose kann sogar Lunge und Herz beeinträchtigen. In solch schweren Fällen ist eine Operation die wirksamste Hilfe. Auch bei Melanie wählte man die Operation. Ihre Wirbelsäule wurde mit Schrauben und Stangen versteift. Der chirurgische Eingriff ist aber nicht immer notwendig. Physiotherapie oder Korsett können in leichteren Fällen Besserung bewirken. Der Physiotherapeut Erik de Jong: «Skoliose kommt aufgrund eines asymmetrischen Muskelaufbaus zustande. Mit der Physiotherapie versuchen wir zu erreichen, dass die Muskulatur wieder symmetrisch wird, links so viel Kraft wie rechts vorhanden ist.» Auch Melanie ist trotz Operation noch nicht geheilt. «Ich spüre genau, dass ich meine Rückenmuskulatur noch stärken muss.»
Silvia Baumgartner
Informationen
Skoliose-Sprechstunde der Klinik Balgrist: Freitag: 13.30 bis 15.30 Uhr, Tel. 01 386 12 70, nur nach Voranmeldung
Internet-Link: www.skoliose-selbsthilfe. ch (Verein Skoliose-Selbsthilfe)
05. Juni 2002
