|
(0) |
Atem- und Sprechtechniken helfen Stotternden, Hemmungen und Blockaden zu überwinden.
Martin Lendi bestellt etwas zu trinken und telefoniert, als wäre es selbstverständlich. Als Puls den 30-jährigen Bäcker vor fünf Monaten vorstellte, hätte er das nicht gekonnt. Damals versuchte Martin Lendi, solchen Situationen auszuweichen, weil er Angst hatte: Der junge Mann stotterte.
Martin Lendi gehört zu den rund 70 000 stotternden Erwachsenen, die meisten seit ihrer Kindheit. Gelingt es nicht, die Behinderung im Vorschulalter zu beheben, verfestigen sich Blockaden und Sprechängste. Im letzten Winter hat Martin Lendi erfahren, dass es auch für Erwachsene Besserung gibt. Er belegte einen Langzeitkurs der Vereinigung für Stotternde und Angehörige Versta. Nach dem ersten von drei Kursblöcken sprach Martin Lendi viel fliessender. Offen blieb, ob der Erfolg im Alltag anhalten würde. Bilanz nach fünf Monaten: «Privat geht das Sprechen gut, auch wenn ich mich stark konzentrieren muss. Bei Stress am Arbeitsplatz habe ich noch Mühe.»
Martin Lendi hat gelernt, kontrolliert zu atmen, langsam und betont zu sprechen. Er ist selbstbewusster geworden und hat Freude am Reden bekommen. Sein Ziel ist es, diese Fortschritte beizubehalten und auszubauen.
Martina Lichtsteiner
Kontaktadressen
- Vereinigung für Stotternde und Angehörige Versta, Tel. 033 733 07 31, www.versta.ch
- Arbeitsgemeinschaft für Logopädie, Tel. 01 388 26 90, www.salogopaedie.ch
- Sprachheilschule SG, Tel. 071 274 11 11, www.sprach heilschule.ch
- Kantonsspital Basel, Tel. 061 265 74 02
- Inselspital Bern, Tel. 031 632 33 49
- Uni-Spital Zürich, Tel. 01 255 58 30
26. September 2001
